Monday, February 20, 2017

Superfood Moringa




Geben Sie es zu, von Moringa hatten Sie noch nichts gehört, außer jetzt, wo Sie sich für Superfoods interessieren. Moringa ist eine Baum, der Merrettichbaum, der z.B. in Indien heimisch ist. In der indischen Region Malabar ist die Bezeichnung Moringo gebräuchlich (1), wovon der botanische Name Moringa oleifera abgeteitet worden ist. Es handelt sich um Flaschenbäume, deren Blätter genutzt werden, wie aber auch andere Teile. Der starke Senfölgehalt erinnert an Meerrettich. Traditionell hat man Samen zur Wasserreiningung eingesetzt, aber auch mit pulverisierten Blättern kann man effektiv die Hände reinigen.

Mittlerweile ist der Meerrettichbaum über Asien hinaus auch in Afrika und Lateinamerika verbreitet. Man ißt die Blätter sowohl frisch als auch getrockneten. Ds Zentrum der Gesundheit überraschte mich nun, denn ich las dies: "In den Industrienationen gibt es Moringa seit einigen Jahren als Nahrungsergänzungsmittel. Schon in kleinen Mengen soll Moringa ein Superfood sein. Hält das Wunderpülverchen, was es verspricht? Lesen Sie bei uns eine kritische Betrachtung." (2) Vielleicht ist es dem einen oder anderen Leser bereits aufgegangen, dass ich der Seite kritisch gegenüberstehe. Aber es hat hier wirklich eine kritische Auseinandersetzung mit Angaben der Hersteller zur Menge bestimmter Mikronährstoffe in Moringa-Pulver stattgefunden.

Moringa enthält: Betakarotin und weitere Antioxidantien (z.B. Zeatin), Eisen, Kalzium, Magnesium, Senfölglykoside, Vitamin B1, Vitamin B2 (sogar sehr viel) und Vitamin E. Bei einer empfohlenen Verzehrsmenge von 10 g täglich nimmt man nennenswerte Mengen an Vitamin B2 und E zu sich.

Ist Moringa ein Superfood? Die frischen Blätter sicherlich. Vielleicht werden die auch einmal geliefert, z.B. aus Nordafrika. Aber ich bin nicht für Pülverchen, auch wenn die Tagesration nur 40 ct kostet.


Links:

Weitere Bewertungen von Superfoods unter dem Stichwort "Superfoods" hier auf diesem Blog.

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Nö oder doch doch




Es geschah während einer Visite, bei ich wieder einmal Nein zu passivierende Maßnahmen sagen mußte und ich tat es mit dem Ausspruch: "Nö! Einfach Nö!" Schwester Christina, die mit dabei war, schenkte mir später eine Postkarte mit dem Aufdruck "Nö! Einfach Nö!" - ich habe sie mir einschweißen lassen.


Warum habe ich dieses Nö benutzt? Vielleicht sollte es kein hartes Nein sein, eben nicht so abweisend. Andererseits war es aber auch ein klares Nein und kein Jein.

Das Nö, das ich hin und wieder gebrauche, ist kein nörgelndes Nein und schon gar kein immerwährendes Nein, das jeden Dialog zunichte machen würde. Dann wäre ein doch fällig, aber auch nur dann.


Wie könnte man das härtere Nein verstärken. Ich meine, dann kommt nur das russische Njet in Frage. Aber ich glaube, Nö und Nein reichen für meine Zwecke.

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Sammelsurium (135) 20.02.2017




EinKauf
Mutter und Tochter kaufen ein. Im EinKaufsWagen und außerhalb -: FleischBerge.

Der nackte Bär
Die Menschheit wird ausSterben, so oder so. Und dann, viele Generationen später wird der EisBär sein Fell verLoren haben und als nackter Bär die Welt regieren. Tröstlicher als die Vision mit der Kakerlake, oder?

Achtsamkeit
Oder eben nicht! Die meisten Menschen sind achtlos, werfen die Waren, die kaufen wollen, achtLos aufs Band an der Kasse. Oder diese Frau, die ihre OhrStöpsel vom Smartphone über den Asphalt schleift.
OT: gerade sehe ich es -: Asphalt und Asphodelen. Nah, sehr nah.

Personalisieren
Der Medizin soll personalisiert werden. Insbesondere die Medikation. Coca-Cola macht es vor, die Flasche tragen Namen wie Alex, Melanie, Stefanie. Warum nicht Frau Schmitz aufs MTX aufdrucken?

HyänenMann
Mit einem Hund kam er aus der LasalleStraße. Er hatte den Kopf vorGestreckt und sah aus wie eine Hyäne. (Hyenas only laugh for fun – Roger Chapman)

AusLieferungsDienst
Im Auftrag der Deutsche Post unterwegs -: und fährt rückWärts noch schlechter als ich.

BilligLaden
Die Verkäuferin in einem BilligLaden -: mit wie viel Liebe sie eine KinderHose zusammenFaltet und hinLegt.


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Saturday, February 18, 2017

Superfood Brennnessel




Die Brennnessel wird ebenfalls als Superfood betrachtet. Ich gebe bereits hier zu, dass auch ich hin und wieder Brennnessel esse. Aber jeden Tag? Und dann als Heilmittel propagieren? So wie das Zentrum der Gesundheit, das da schreibt: „Auch bei der Therapie sowohl der Arthrose als auch ihrer akuten Form, der rheumatoiden Arthritis kann die Brennnessel aufgrund ihrer entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften höchst wirkungsvoll eingesetzt werden“ (1)? Eine Arthritis ist keine akute Form der Arthrose. Und schon gar nicht ist das die rheumatoide Arthritis (2).

Schauen wir uns doch besser einmal die Studie von S. Chrubasik und Kollegen an (3): „Evidence for antirheumatic effectiveness of Herba Urticae dioicae in acute arthritis: A pilot study.“ Man untersuchte 40 Patienten, die in zwei Gruppen aufgeteilt wurden: 50 mg Diclofenac plus gekochte Brennnesseln (Herba Urticae dioicae) mit 200 mg Diclofenac. Die Studie wurde 1997 veröffentlich. Seither sind die Ansprüche an Studien gestiegen. Aber immerhin hat man eine Gleichwertigkeit beider Therapien festgestellt. Danach ist aber keine Folgestudie aufgelegt worden, so dass eine Reihe von Fragen unbeantwortet bleiben. Dazu noch: Wie viele Personen hielten das aus, täglich Brennnessel zu essen? Wann hörte der letzte auf? Wo bekommt man im Winter frische Brennnesseln her?

Sorgen Sie sich um hohe Nitratwerte in Brennnesseln? Rucola, Spinat, Kohlrabi, Rote Beete und Rettich z.B. enthalten auch viel Nitrat. Der Nitratgehalt all dieser Gemüse, voran Brennnesseln, ist zwar hoch, aber das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sieht es so (4): „Die Vorteile einer gemüsereichen Ernährung überwiegen mögliche Risiken durch leicht erhöhte Nitrat- und Nitritgehalte. Verbraucherinnen und Verbraucher sollten den Gemüseverzehr daher keinesfalls einschränken, sondern auf eine abwechslungsreiche Gemüseauswahl achten.“

Brennnesseln enthalten viele Mikronährstoffe und auch Antioxidantien. Wenn Sie mir versprechen, nicht zu viel Aufhebens um die Gesundheitsvorteile zu machen, dann lassen Sie sich ab und zu frische Brennnesseln schmecken, z.B. kleingehackt wie Spinat. Und vergessen Sie den Blubb nicht.


Links:
(2) Mehr über die akute Arthritis der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie - http://dgrh.de/1639.html

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Kafkaesk, diese Zeugen Jehovas


Wenn ich am Samstag die Frankfurter Straße in Köln-Mülheim zum Wiener Platz gehe, dann treffe ich auf die Zeugen Jehovas, die immer wieder ihren Standort verändern, um nicht einem Ladenbesitzer oder sonst wem auf die Nerven zu fallen. Da stehen sie meist zu zweit mit ihren Schriften und evangelisieren.

Oft sehe ich zwei Frauen, dann wieder ein Paar, aber öfter sehe ich Frauen. Interessanterweise tragen sie Röcke. Ich habe noch nie eine Zeugin Jehovas ohne Rock gesehen (ja, das fällt mir jetzt auch auf, war aber nicht so gemeint). Zurück zum Thema. Warum tragen sie Röcke? Ich erinnere mich, dass die Mädchen am Mädchengymnasium der Priesterbruderschaft St. Pius X. im Bergischen Land knielange Röcke tragen (1). Vielleicht steckt hinter dem Tragen von Röcken eine Rückbesinnung auf ein nicht ganz zeitgemäßes Weltbild.

Jetzt wirklich zum Thema. Diese Zeugen Jehovas nehmen es auf sich, eine gewisse Zeit zu missionieren und zwar jeder von ihnen. Damit sind sie auffällig wie die Salafisten. Dabei gibt es in Deutschland nur 165.000 Mitglieder dieser Glaubensgemeinde. Sie missionieren, aber ich habe sie noch nie in einem Gespräch mit jemandem gesehen. Zumeist unterhalten sie sich mit sich selbst. Es ist kafkaesk. In der Parabel „Vor dem Gesetz“ schreibt Kafka über einen Mann vom Lande, der zum Gesetz gelangen will, aber von einem Türhüter abgehalten wird. So geht es über Jahre. Kurz vor seinem Tod fragt er den Türhüter, warum keiner außer ihm um Einlass gebeten hat. Der Eingang wäre nur für ihn bestimmt gewesen.
Die Zeugen Jehovas weisen auf eine offene Tür, aber niemand will durch sie hineingehen. Kafkaesk! Liegt bestimmt nicht an den netten Menschen, die da an der Ecke stehen und evangelisieren. Auch nicht an Harmagedon (Armagedon). Eher an mangelnder kritischer Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben.


Links:

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